Wochenendtipp: Documenta XII
Alle fünf Jahre erwacht die hessische Stadt Kassel aus ihrem Dornröschenschlaf und wird Gastgeber einer der bedeutendsten Austellungen zeitgenössischer Kunst weltweit: der Documenta. Wenn ihr auch nur ein bißchen an Kunst und Kultur interessiert seid, lege ich euch deswegen ganz dringend einen kleinen Wochenendtrip in die knapp 200.000 Einwohner-Stadt ans Herzen. Die Documenta dauert immer 100 Tage, knapp 50 davon sind bereits vorbei. Ihr habt also noch sechs Wochen um Euch nach Kassel zu schwingen und über atemberaubenden Kunstwerke, Performances, Filme, Installationen etc. zu staunen. Und es gibt keine Ausrede nicht zu fahren, denn Kassel liegt so zentral in unserem schönen Lande, dass man aus jedem Eckchen nicht allzu lange braucht, um die Hessenmetropole zu erreichen. Der perfekte Wochenendtrip für alle Kunst- und Kulturliebhaber ist die Documenta12 aber nicht nur aufgrund ihrer räumlichen Lage. Die Veranstalter haben es sich seit Jahren auch zur Aufgabe gemacht, Kunst allen zugänglich zu machen, d.h. es werden keine exorbitanten Eintrittsgelder a la MOMA verlangt. Eine 2-Tages-Karte für alle Ausstellungsräume der D12 kostet beispielsweise nur 27€, ermäßigt sogar nur 18€. Wenn das nicht mal ein Anreiz ist. Und auch die Tourismusindustrie ist bestens auf die Besucher eingerichtet: es gibt Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel. Schaut doch mal bei den Kassel-Unterkünften vorbei. Besondere Features sind z.B. Zimmer in einem Künstleratelier (wie passend), Lofts für 20 Leute (für Kommunikationsfreaks) oder Bed&Breakfast mit privatem Führer. Und das alles schon ab 25€. Am meisten sollte man sich bei einem Documenta-Aufenthalt aber natürlich auf die Kunst freuen. Nicht nur die (schon legendär gewordenen) 1001 Chinesen von Ai Weiwei begegnen einem überall in der Stadt. Vielmehr hat man auf den fünf unterschiedlichen Austellungsgeländen die vielfältigsten Möglichkeiten seinen Kunstdrang zu stillen. Von den Werken Zofia Kuliks und Kerry James Marshall bis hin zu den Installationen von Martha Rosler oder dem seltsamen Projekt um die Kochkünsten des 5-Sterne-Kochs Ferran Adrià sind 114 Künstler und deren unterschiedlichste Werke vertreten. Und im Gloria-Palast werden im Zuge der D12 96 fantastische und teils vergessene Filme von den 50er Jahre bis heute gezeigt. Abendunterhaltung ist also immer ab 20:30 garantiert- kostet allerdings 6,50€ extra. Unglücklich bin ich nur etwas über die unflexiblen Öffnungszeiten: Das Ausstellungsgelände ist jeden Tag von 10-20 Uhr geöffnet- ein paar Stunden länger hättens bei der Fülle der Exponate schon getan. Trotzdem: auf jeden Fall HINFAHREN!























