Auf den Spuren der Mauren in Andalusien
Viele Menschen, die nach Spanien fliegen, denken zu allererst an die Insel Mallorca, das beliebteste Reiseziel aller deutschen Touristen. Doch gibt es in Spanien noch viel mehr zu sehen. (more…)
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WeiterlesenSpanien bereist man am besten mit dem Bus. Na ja, eigentlich ist ja ein Mietwagen besser geeignet, um das Land individuell kennenzulernen, aber wenn man halt kein Geld hat, nimmt man eben den Bus. Und das ist in Spanien wirklich gaanz einfach und vor allem verdammt billig. Anders als in Deutschland hat in Spanien jedes Kaff seinen eigenen Busbahnhof. Das ganze Land ist durch regionale und überregionale Buslinien perfekt strukturiert und man kommt schnell und günstig überall hin. Empfehlen kann ich Euch an dieser Stelle zum Beispiel ALSA, die eigentlich überall hinfahren. Gute Erfahrungen hab ich auch mit SOCIBUS gemacht. Mit denen kommt man z.B. von Madrid aus für rund 20 Euro eigentlich in jeden Winkel des Landes. Wenn Ihr also genug Sitzfleisch mitbringt, ist die Fortbewegung mit einem Bus der beste Weg Spanien günstig kennenzulernen. Und man muss ja auch mal das Positive an der Rumsitzerei im Bus sehen: man kommt schnell mit anderen Fahrgästen ins Gespräch, muss sich selbst nicht aufs Fahren konzentrieren, kann in Ruhe die unglaublich schönen Gegenden auf sich wirken lassen etc.
So, jetzt aber mal zu der eigentlichen Geschichte. Ich war also mit dem Bus in Spanien unterwegs. Zuerst sollte es nach Andalusien gehen. Nachdem ich in Granada war (dazu mal ein anderes Mal), wollte ich weiter nach Sevilla. Hab mir mit meinem rudimentären Spanisch ein Ticket besorgt (und die Grundlagen der Sprache braucht man tatsächlich unbedingt, da teilweise nicht mal in den Großstädten Englisch gesprochen wird!) und ab in den super komfortablen, klimatisierten Bus. Die Fahrt nach Sevilla sollte etwa 3 Stunden dauern. Im Bus hab ich schnell nen alten Österreicher kennengelernt, der schon seit Jahrzehnten in Spanien lebte, mich aber dennoch gleich als Deutsche entlarvt hat (Man kann nur hoffen, dass es am Buch lag). Nach 2 Stunden angeregter Diskussion über Sinn und Unsinn von Sozialleistungen sind wir an einem relativ großen Busbahnhof angekommen. Ich war froh, dass ich endlich eine rauchen konnte und bin halt so in der Gegend rumgestreunt- Weiterfahrt sollte in 30 Minuten sein. Nach der Pause, hab ich mich wieder in der Schlange vor den Bus eingereiht. Vor mir war der Österreicher. Da ich mein Ticket nicht gleich gefunden habe, hat der Ösi dem Busfahrer auf Spanisch gesagt, dass das schon in Ordnung geht, weil ich vorher auch schon im Bus gesessen bin. Der Fahrer winkt mich also durch ohne dass ich das Ticket vorgezeigt hab. Und wieder geht es weiter mit angeregten Diskussionen (diesmal über die Überbezahlung von Managern und Aktiengeschäfte). Und unterbewußt frag ich mich schon, wieso das ganze so lange dauert. Wir waren jetzt schon fast vier Stunden unterwegs. Und ein Blick aus dem Fenster brachte dann auch die Bestätigung: da war Meer. Und soviel wußte ich, Sevilla liegt im Inneren des Landes. Im gleichen Moment meint der Österreicher dann auch noch zu mir: und wie findest du den Blick auf Cadiz? Klar, da bin ich dann echt aus allen Wolken gefallen. 10 Minuten später halten wir an einem Minibusbahnhof und ich steh um acht Uhr abends da- ohne zu wissen, wo ich schlafen kann, geschweige denn, was ich hier soll. Tatsächlich hatte ichs wie immer mal wieder verplant und nicht gecheckt, dass wir, als wir Pause gemacht haben, schon in Sevilla waren. Und dadurch, dass der Busfahrer auch mein Ticket nicht mehr kontrolliert hatte, bin ich dann halt am Atlantik in Cadiz gelandet. Na ja, wenigstens war die Busfahrt umsonst. Letztlich hab ich nach vielem Rumlaufen und Planlos sein in der Nacht doch noch ne Unterkunft gefunden und bin- sage und schreibe- fast drei Wochen in Cadiz geblieben. Wieso? Das erzähl ich euch dann mal im nächsten Bericht.
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