Von Mensch zu Mensch: So lebt man auf den Bahamas

Es ist so eine Sache mit der Karibik: Warme Lagunen, verstreute Inselchen mit weißen Stränden und Palmen so weit das Auge reicht – wer will nicht mindestens einmal hier gewesen sein? Allein schon die Namen von Curacao, Martinique oder St. Lucia klingen nach Urlaub. Doch gerade in diesen Paradiesen bleibt einem vieles oft verborgen. Ist man mit dem Kreuzfahrt-Dampfer unterwegs, hat man meistens kaum die Zeit, sich den jeweiligen Zwischenstopp genauer anzusehen. Schnell ein paar Fotos gemacht, ein überteuertes Souvenir gekauft und ruckzuck ist man wieder auf dem Schiff. Hat man eine Pauschalreise mit Flug und Hotel gebucht, bleibt einem zwar mehr Raum für Ausflüge. Doch wer schon beim Transfer allzu viele Blechhütten am Straßenrand entdeckt, fürchtet sich nicht selten, als „reicher Europäer“ in Gefahr zu geraten, wenn er Land und Leute auf eigene Faust kennen lernen möchte. Also bleiben die meisten in der abgeschirmten Club-Anlage und verbringen ihre Muße mit dem Schlürfen von All-Inclusive-Drinks und einem 08/15-Animationsprogramm. Die neugierigen Fragen der zu Hause Gebliebenen, wie die Menschen denn so leben in der Karibik, wird dann meist beantwortet mit: „Da kann man ja nicht raus aus dem Hotel. Viel zu gefährlich!“ Ganz anders auf den Bahamas: Auch wenn das Archipel geografisch nicht zur Karibik gehört, werden Grand Bahama, Paradise Island, Eleuthera, usw., immer in einem Atemzug mit der restlichen Inselwelt vor der Ostküste Mittelamerikas genannt. Weil sich hier seit eh und je ein Großteil des Fremdenverkehrs konzentriert, hat sich das Tourist Office der Bahamas schon vor 30 Jahren etwas einfallen lassen, um seinen Besuchern ein ganz besonderes Erlebnis zu ermöglichen: einen Tag mit einer einheimischen Familie zu verbringen. Das Konzept dieses „People-to-People“ genannten Programms ist ganz einfach. Einige Wochen, bevor man seine Reise antritt, meldet man sich beim eigens eingerichteten Kontaktbüro an (peopletopeople@bahamas.com). Für 35 US-$ pro Person suchen die Vermittler einen Partner, bzw. eine Partnerfamilie, deren Interessen den eigenen Vorstellungen am meisten entsprechen und stellen den Kontakt her – bei über 1200 registrierten Gastgebern ist fast immer jemand passendes dabei. Ist man schließlich auf den Bahamas angekommen und hat sich akklimatisiert, kommt es zum Treffen. Man isst gemeinsam im Haus der Gastfamilie und erzählt sich gegenseitig vom Leben in der Heimat. Nachbarn kommen vorbei um die exotischen Gäste aus Europa kennen zu lernen. Man geht zusammen in die Kirche um einen echt bahamaischen Gottesdienst zu zelebrieren. Und je nachdem, wie gut man sich versteht, kann sich so ein gemeinsamer Tag auch schon mal bis weit in die Nacht ausdehnen. Nicht selten wird man davon überrascht, wie ähnlich man sich trotz aller kulturellen Unterschiede ist – so sieht echte Völkerverständigung aus! Aber: Bei all den guten Vorsätzen, die diese Art von Austausch-Programm voraussetzt, sollte man trotzdem nicht blauäugig an die Sache heran gehen. Natürlich erwartet die bahamaische Familie ein Gastgeschenk, und wenn man vorhat, mit den neuen Freunden auszugehen, dann ist es selbstverständlich, dass der Europäer die Rechnung für alle bezahlt. Dennoch spürt man, dass die Lebensfreude und Offenherzigkeit der Bahamaer nicht gespielt ist! Und wenngleich man ja nur einen einzigen Tag mit den Einheimischen verbringt, hat man nach der Heimreise bereits weit mehr zu erzählen als alle anderen Karibik-Urlauber. Eines muss man allerdings beachten: Gute Kenntnisse des Englischen sind unbedingt erforderlich, damit einem nicht nach kurzer Zeit der Gesprächsstoff ausgeht.

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1 Kommentar bisher »

  1. Lisa Mohr sagt

    am 29. February 2008 @ 09:57

    Ich sag euch Leute der HAMMER
    müsst ihr unbedingt ma hin

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